Der
Wisent ist der europäische Bison – die beiden Arten sind
so nahe miteinander verwandt, dass sie sich miteinander kreuzen
lassen. Gewisse Unterschiede in der Körperform sind vor allem
auf den unterschiedlichen Lebensraum zurückzuführen. Wisente
leben bevorzugt in Laub- und Mischwäldern. Ihr ursprüngliches
Verbreitungsgebiet erstreckte sich von ganz Europa über die
gemäßigte Zone bis nach China. Um 1920 war der Wisent
jedoch in der freien Wildbahn ausgerottet. Als 1923 eine internationale
Vereinigung zur Rettung des Wisents gegründet wurde, lebten
auf der ganzen Welt nur noch rund 30 Individuen in den Zoos. Der
heutige Bestand – vor allem in Polen und Russland - beträgt
unterdessen wieder über 1000 Tiere. Wisente gehören zu
den Wildrindern und leben hauptsächlich in sogenannten Muttergruppen:
erwachsene Kühe, mehrjährige Jungtiere und Kälber.
Die höchste Rangstellung nimmt ein erfahrenes Weibchen ein.
Aber auch Bullen (Männchen) finden sich in eigenen Gruppen
oder mischen sich unter die Muttergruppen. Selten wird eine Herde
größer als 20 Tiere. Bei Bedrohung (z.B. durch Wölfe)
bilden Wisente einen Kreis. Die erwachsenen Tiere, bei dehnen beide
Geschlechter Hörner tragen, nehmen die bedrohten Jungtiere
in die Mitte. Obwohl ein Wisent leicht über 800 kg wiegen kann
und sich im allgemeinen langsam fortbewegt, kann er doch aus dem
Stand bis zu 3 m breite oder 2 m hohe Hindernisse überwinden
– sofern er erkennen kann, wohin er springt. Dies stellt hohe
Anforderungen an ein Gehege.
Der Tierpark Hirschfeld
beteiligt sich seit 1972 im internationalen Zuchtbuch welches
in Polen (Bialowieza) zentral geführt wird.
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