Der
Waschbär (Procyon lotor) stammt aus Nordamerika
und gehört zu den Kleinbären. Er ist ein Allesfresser
und lebt in gewässerreichen Gebieten und in Baumhöhlen.
Als Kulturfolger kann er auch in der Stadt leben. Der Waschbär
ist dämmerungs- und nachtaktiv und hält Winterruhe. Vor
dem Fressen trägt er seine Nahrung zum Wasser und reibt sie
zwischen den Pfoten. Es scheint, als würde er sie waschen.
Auf diese Weise entstand sein Name.
In der Brunftzeit zwischen Januar und März streifen die Männchen
ruhelos auf der Suche nach Weibchen umher. In dieser Zeit paart
sich das Männchen mit mehreren Weibchen. Manchmal kommt es
auch zu einer vorübergehenden Paarbildung. Neun Wochen nach
der Begattung bringt das Weibchen in seiner Schlafhöhle ein
bis sieben Junge zur Welt. Die Jungen wiegen bei der Geburt um die
70 Gramm und sind ungefähr 16 cm lang, wovon ein Drittel etwa
auf den Schwanz entfällt. Im Alter von fünf Wochen verlassen
die Jungen zum ersten Mal das Nest und mit zehn Wochen begleiten
sie die Mutter auf der Nahrungssuche. Mit vier Monaten werden die
Jungen entwöhnt und kurz darauf selbständig. Die Jungen
verlassen ihr Geburtsgebiet und suchen sich im näheren Umkreis
eigene Territorien. Die Männchen werden mit zwei Jahren geschlechtsreif,
die Weibchen können schon Ende des ersten Jahres Junge gebären.
Im Winter bleiben Waschbären aktiv, solange die Temperaturen
nicht zu tief fallen. Bei hohen Minusgraden verbringen sie oft Wochen
schlafend, ohne Nahrung aufzunehmen. Doch setzen sie ihren Herzschlag
nicht herab, sondern sind bei den geringsten Störungen hellwach.
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